Wie erziehst du dein Kind? – Blogparade Aug. 2013

 

Im Moment läuft es bei uns zu Hause zum Thema „mein Sohn und ich“ richtig gut. Das ist leider nicht immer so und dann frage ich mich oft „Was hab ich falsch gemacht?“

Auf dem trainyabrain-blog gibt es gerade die Blogparade „Wie erziehst du dein Kind?“. Es sollen viele Meinungen und Tipps von Eltern zusammen getragen werden. Das finde ich toll und tausche mich gern mit aus.

Marcus und Anne haben einige Fragen vorgegeben, die ich dankbar übernommen und beantwortet habe (weiter unten!).

 

-> Nach dem Schreiben bin ich ins Grübeln gekommen. „Wie erziehst du dein Kind?“ Ja gute Frage … aber meine Frage ist „Warum erziehe ich mein Kind?“

 

Dazu möchte ich Euch an meinen Gedanken teilhaben lassen und vielleicht gebt ihr es an Eure Kinder auch weiter:

Ich möchte, dass unser Sohn gut auf das Leben vorbereitet ist. Mit seiner Leichtigkeit und den ganzen Schwierigkeiten. Angefangen bei der Schule, später das Berufsleben und Partnerschaften. Dazu gehört (meiner Meinung nach) eine gute Erziehung, wie auch immer man diese auslebt.

 

Was mir wichtig ist, ist auch Tolleranz, Feinfühligkeit (das Können, sich in andere „reinzuversetzen“), Achtung vor den Tieren, Ausländerfeindlichkeit, Umweltverschmutzung

 

Tolleranz: jemand ist anders wie ich? Na und? Er/sie kann trotzdem nett sein!

Er/sie ist dick? Vielleicht liegt es nicht daran, dass das er/sie zu viel Süßigkeiten und ungesundes in sich hinein stopft. Vielleicht hat es einen Grund? Warum hinterfragst du den Grund nicht? Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie verletztend Sprüche sind wie „Du kannst nicht mitmachen, denn du bist zu langsam“ oder „du kannst das nicht“ oder oder oder ?

Ja unser Sohn ist adipositas. Aber hat mal jemand nachgefragt ob es vielleicht einen Grund hat? Nein, es wird gelästert und getratscht. Die Kinder hören und übernehmen es. Ganz pauschal. Egal ob unser Sohn nett ist und man klasse mit ihm spielen kann. Die Zahl seiner richtigen Freunde hat stark abgenommen und das ist auch gut so, denn wir wissen, dass seine jetztigen Freunde „echte Freunde“ sind!

 

Feinfühligkeit: kann es sein, dass ich dich jetzt verletzt habe? Das wollte ich nicht.

 

Achtung vor Tieren: wir essen und lieben Fleisch – das meine ich nicht. Wir töten keine Tiere, einfach nur, weil mir gerade danach ist. Wir treten nicht auf Regenwürmer, sperren Tiere aus Spaß in irgendwelche Gefäße ohne sie wieder frei zu lassen (um eine Biene oder Ameise zu beobachten, schauen wir sie uns auch aus einer Becherlupe oder ähnliches an, danach werden die Tiere aber wieder frei gelassen!)

 

Ausländerfeindlichkeit: diese lehne ich erst einmal strikt ab! Ich finde es auch schrecklich, dass es „Ausländer“ in Deutschland gibt, die sich nicht an die Regeln halten, Anschläge verüben etc. Das meine ich nicht. Es gibt sehr viele Menschen in Deutschland die eine andere Staatsangehörigkeit haben, sich aber hier integriert haben und trotzdem mit verurteilt werden, nur weil sie z.B. eine andere Hautfarbe haben. Vor Jahren hatten wir darüber nachgedacht, ein ausländisches Kind zu adoptieren. Die Unterlagen dazu langen alle bereit, aber wir haben und dann noch, wegen der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland dagegen entschieden, obwohl wir uns so sehr ein Kind gewünscht hatten.

 

Umweltverschmutzung: Gibt es bei uns nicht. Überall stehen Mülltonnen an der Strasse und wenn nicht kommt der Abfall in die Tasche und zu Hause in die Mülltonne. Ich glaube, wenn ich sehen würde, dass unser Sohn Abfall, der nicht verrottet in die Landschaft schmeißt, würd ich ausrasten.

Dafür freut sich unser Sohn immer, wenn er einen „Apfelknötschel“ aus dem Autofenster werfen darf 😉 Die Tiere freuen sich bestimmt darüber.

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Jetzt zu den Fragen von der Blogparade:

 

Hast du Kinder, für deren Erziehung verantwortlich bist? Wenn ja, wie viele?

Wir haben einen Sohn, welcher gerade 8 Jahre alt ist.

 

Welche Personen sind für die Erziehung des Kindes deiner Ansicht nach
(mit)verantwortlich? (Mutter, Vater, Oma, Opa, Freunde?)

Wir (mein Mann und ich) erziehen unseren Sohn allein. Bei Oma und Opa (meine Eltern) sind wir nur mal nachmittags zu Besuch.

Da fängt der größte Erziehungsfehler von mir schon an: Unser Sohn übernachtet nirgendswo anders, auch nicht bei Oma und Opa.  Da hätte ich mit anfangen müssen als er noch ein Baby war, hab ich aber nicht – und somit ist er ein „Mama-Kind“ und kann ohne Mama nicht einschlafen.

Zur täglichen Erziehung kam natürlich erst der Kindergarten und jetzt die Schule dazu. Auch lernt er, sich „anständig zu benehmen“ wenn er bei Freunden zum Spielen ist.

 

Was möchtest du in Fragen der Erziehung anders als deine Eltern machen?

Eigentlich nichts. Ich hatte eine schöne Kindheit und denke gern daran zurück (zumindest an das, woran ich mich erinnern kann).

Bei meinem Mann ist das ganz anders. Bei ihm funktioniert Erziehung leider oft über „materielle Geschenke“, da er als Kind vieles nicht bekommen hat und es seinem Sohn nun geben möchte. Außerdem ist das einfach. Was mich sehr oft ärgert. Es ist bequem und einfach mal schnell etwas zu kaufen. Aber Stress mit dem Kind auszuhalten, Grenzen setzen kostet manchmal Nerven.

 

Was möchtest du in Fragen der Erziehung genauso wie deine Eltern machen?

Liebe geben. Für unseren Sohn da zu sein. Hinter ihm stehen, wenn er Hilfe braucht. Mit ihm sprechen. Zuhören, wenn er Sorgen hat. Und mir wird gezeigt: mein Sohn vertraut mir! Denn das Erste wenn er aus der Schule kommt ist: er erzählt mir von seinem Tag. Positives und negatives – ich höre zu und das reicht oft schon.

 

Bist du eher für die autoritäre oder antiautoritäre Erziehung? Begründe deine
Entscheidung.

Im Großen und Ganzen bin ich autoritär eingestellt. Was soll ein Kind lernen, wenn ihm keine Grenzen aufgezeigt werden? Ich komme mit der ganzen antiautoritären Erziehung nicht klar, habe im Freundeskreis meines Sohnes ein gutes Beispiel und möchte nie, dass mein Sohn so wird. Wenn ein Kind zu Hause machen kann was es will und alle Entscheidungen selbst trifft kommt es später an den weiterführenden Schulen und im Berufsleben nicht weit. Denn da kommen erst die „richtigen Grenzen“ mit denen es umgehen muß.

 

Versuchst du bei der Erziehung deines Kindes einem bestimmten Konzept zu folgen (Attachment Parenting, Windelfrei, Montessori, Religion, Gesunder Menschenverstand)? Begründe deine Entscheidung.

Ganz klar: Nein. Ich habe auch keine Ratgeber-Bücher gelesen o.ä.

 

Welche Fehler hast du deiner Meinung nach in der Erziehung deiner Kinder gemacht und was möchtest du in Zukunft besser machen?

Ich habe unseren Sohn nie bei Oma und Opa schlafen lassen. Wir hatten nie einen Babysitter.  Gut, das kann ich nun nicht mehr besser machen, das ist so und wir müssen damit leben. Unser Sohn wird größer und wir bekommen dadurch wieder mehr Freiräume für uns.

Ich reagiere leider oft zu laut, wenn etwas falsch läuft, wenn mein Sohn mich stresst, wenn … das muß sich unbedingt ändern!

 

Unser Sohn darf zu viel Fernseh gucken und spielt leider zu viel am Nintendo oder Tablett-PC. Es ist schwer, das runter zu schrauben. Ich ärgere mich immer sehr, wenn Freunde zu Besuch sind und mein Sohn fragt „Dürfen wir NIN?“ Die Kinder haben es total verlernt, einfach nur zu spielen so wie wir früher. Bei mir gibt es das selten, aber es kam eine Zeit lang vor, dass wenn er zum Spielen bei einem Freund verabredet war, dass vorher noch ein Erinnerungsanruf kam „Bring bitte deine Wii-Fernbedienung mit“. Nachdem dort einen ganzen Nachmittag komplett nur Wii gespielt wurde, gibt es das nicht mehr. Die Wii wurde bei uns noch nie angestellt, wenn Freunde da waren und Nintendo gibt es nur mal für kurze Zeit, wenn es regnet und absoluter Tierfpunkt ist. Lieber spiele ich mit beiden zusammen (in der Regel kommt nur ein Kind zu Besuch) ein Spiel.

Das ist unser größter Erziehungsfehler. Wir achten darauf, dass unser Sohn immer zum Sport geht, sich bewegt und draussen spielt wenn das Wetter es zu läßt. Mit der ganzen Technik muß er auch aufwachsen, aber wenn zwei Kinder nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen, dann frag ich mich oft, was ist das doch für eine blöde Kindheit geworden.

 

Was war für dich das schönste/schlimmste Erlebnis, was du in Verbindung mit dem Thema Erziehung gemacht hast?

Schlimm war eingentlich nichts, wenn ich zurück denke.

Das Schönste Erlebnis? Es gibt viele kleine schöne Dinge:

  • Wenn unser Sohn zu Hause einfach nur glücklich ist
  • Wenn er mir sagt, wie lieb er mich hat
  • wenn andere Eltern sagen, wie lieb er ist oder ich sehe wie er mit anderen Kindern oder Erwachsenen umgeht

 

Welcher Ratschlag/Tipp hat dir im Bezug auf die Erziehung des Kindes am meisten geholfen?

Ich habe mir Tipps von meinen Eltern, meinen Geschwistern die alle schon erwachsene Kinder haben und von anderen Eltern immer angehört und nach Bedarf umgezetzt, aber einen „non-plus-Ultra Tipp“ hatte und brauchte ich eigentlich nicht.

 

Fazit:

Wenn ich hier so schreibe merke ich, das ich einen ganz tollen Sohn habe. Das er gut erzogen ist (er macht keinen Knicks, zur Begrüßung anderer 😉 ) und grüßt auch selten die Nachbarn auf der Strasse. Aber das liegt nicht daran, dass er das nicht will oder er schlecht erzogen ist, sondern er schämt sich oft – wofür auch immer. Er braucht noch ein bischen mehr Rückgrat im Bezug auf Erwachsene, aber das liegt nicht an unserer Erziehung sondern an ihm. Leider fehlen ihm so ein bischen die Ellenbogen auch im Bezug auf andere Kinder. Daran arbeite ich seit er klein ist, aber so ist sein Wesen nun einmal. Andere Erwachsene finden das toll und nett – ich verzweife oft daran.

 

Ich glaube, anderen helfen kann ich mit meinen Ausführungen gar nicht, denn wir erziehen unseren Sohn „aus dem Bauch heraus“.

 

Habt ihr nicht auch Lust, an der Blog-Parade teilzunehmen? Es ist sehr interessant, die Standpunkte anderer Eltern zu lesen. Schau doch auch einmal auf dem Blog vorbei.

 

 

Folge mir auf:

2 thoughts on “Wie erziehst du dein Kind? – Blogparade Aug. 2013

  1. Ellen

    Hallo Kirstin,
    Dein Sohn ist toll, nur sooo schüchtern <3. Aber ich war als Kind auch so. Erst aufgetaut wenns wieder heim ging.

    Das was Du schreibst zu Toleranz etc. kann ich mit unterschreiben. Mir fällt das bei einigen von Kiras Freunden auf, dass auch gelästert wird über körperliche Beeinträchtigungen.

    Kira war schon immer neugierig, sie hat geschaut wenn jemand im Rollstuhl saß, oder ein Arm amputiert war. Ich fand es dann NICHT peinlich wenn sie gefragt hat. Woher soll ein Kind das wissen? Ich hab aber auch schon Situationen gehabt wo diese Frage von dem Betroffenen ganz schroff abgebügelt wurde. Dabei war sie einfach nur neugierig und wollte niemandem wehtun. Ich erkläre ihr bei sowas, dass derjenige bestimmt schon ganz oft blöd angegangen worden ist und deshalb einfach einen Schutzpanzer aufgebaut hat und andere wegbeißt. Oft bekommt man von der-/demjenigen aber dann eine Erklärung und es wird überhaupt nicht als anmaßend oder lästig empfunden wenn das Kind nachfragt.

    Kira hat übrigens auch nie woanders schlafen wollen, das kam ganz plötzlich und im Moment schläft sie oft am Wochenende bei einer Freundin oder eine Freundin bei uns. Vielleicht schaffst Du es darüber das ein Freund mal zu Euch als Übernachtungsgast kommt. Bei uns darf er auch gerne übernachten, ich weiß wer sich da ganz besonders drüber freuen würde 🙂

    LG Ellen

    • Kirstin

      Hallo Ellen,

      genau wie Kira, ist Jens auch total neugierig wenn er andere Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sieht. Aber nicht auf eine Art (wie bei manchen Kindern) das es aufdringlich oder frech ist, sondern wie Kira fragt er und möchte „aufgeklärt werden“ – warum ist das so.
      Ja, Jens ist sooo schüchtern – das ist sein Wesen, darum mögen ihn auch alle Erwachsenen so gern ;-), aber in Bezug auf andere Kinder ist das einfach lästig, aber das weißt du ja.

      Zum Thema schlafen: er hat einmal bei einem Freund übernachtet und „mußte“ auf so einer harten, dreiteiligen Matratze schlafen. Dadurch konnte er wohl die ganze Nacht nciht schlafen und erzählt immer wieder davon, wie schlimm das war. Bei uns haben schon öfters Kinder übernachtet 🙂 Das findet er toll!
      Vielleicht kommt irgendwann die Zeit, wo er wirklich mal „von Mama losläßt“ und er wo anders übernachtet – ich würde mich freuen.

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