Buchvorstellung: Hera Lind – Drei Männer und kein Halleluja

Hera Lind: Drei Männer und kein Halleluja

 

Hera Lind - Drei Männer und kein Halleluja

 

Verlag: als e-Book über dotbooks.de

Erscheinungsdatum Erstausgabe: Juni 2015

Autor: Hera Lind

Format: als MOBI-Format für den Kindle oder im ePUB-Format für alle anderen eReader

Preis: 7,99 €

 

Worum geht es? Inhalt:

Im Konzertsaal trifft Sängerin Wanda stets den richtigen Ton – privat gelingt ihr dies eher selten: Sie hat eine ausgesprochen spitze Zunge, mit der sie genüsslich den Wahnsinn um sich herum kommentiert. Und zu dem gehören neben Probenstress und Konzertreisen-Chaos eindeutig die Herren der Schöpfung! Sollte ihr Traummann Kandidat 1 sein, der ihre Karriere beflügeln will, sich allerdings reichlich überschätzt? Oder Kandidat 2, der fantastisch Klavier spielt, aber genauso leidenschaftlich beleidigt sein kann? Oder Kandidat 3, der eine wahnsinnig erotische Stimme hat, mit dieser jedoch oft die falschen Sachen sagt? Nun muss Wanda sich entscheiden – denn natürlich kann sie unmöglich allen drei Herren eine Chance geben. Oder vielleicht doch?

 

 

 

Hera Lind – diese Schriftstellerin kennt fast jeder, mindestens vom Namen her. So ging es jedenfalls mir. Ich kenne und liebe ihre Kolumnen, aber ein Buch aus „ihrer Feder“ habe ich bislang noch nie gelesen.

Ihr neuster Roman „Drei Männer und kein Halleluja“ klang vielversprechend und somit habe ich mich ganz entspannt mit meinem Kindle auf die Terrasse gesetzt und angefangen zu lesen.

 

Aber es kommt anders als erwartet. Das Buch zieht sich. Ich komme einfach nicht rein in die Geschichte. Was will Hera Lind mir erzählen?

Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Es geht um Wanda, ein junges Mädchen, eine Musikstudentin aus einer ostwestfälischen Kleinstadt. Wie sie sich selbst nennt: eine Vorstadtpflanze aus dem Borkenkäferweg.

Wanda hat ihrer Mutter versprochen nach dem Studium mit ihren „Traumtänzen eine große Sängerin zu werden“ aufzuhören, und als Lehrerin an der örtlichen Gesamtschule anzufangen. Doch es kommt ganz anders, denn ihr Gesangslehrer Herr Rieschmüller nimmt sie zu einem Vorsingen für das Klassisch-TV-Ensemble mit. Eigentlich war Wanda für dieses Vorsingen nicht eingeplant, aber nachdem die drei eigentlichen Bewerberinnen ziemlich schnell  ausschieden, holte Herr Rieschmüller Wanda auf die Bühne und so überrumpelt hatte sie gar keine Zeit eine Panikattacke oder ähnliches zu bekommen und erhielt nach ihrem Vorsingen die begehrte Stelle im Ensemble.

 

Die Geschichte beginnt seinen Lauf zu nehmen. Wanda fühlt sich wohl im Ensemble. Sie ist eine hervorragende Sängerin, da sie aber niemals ein Solo singen könnte/würde ohne vor Aufregung „zu sterben“ blüht sie in der Gruppe richtig auf. So weit so gut.

 

Hera Lind lässt Wanda ihre Ensemble-Kollegen/innen beschreiben. Aber leider das ganze Buch durch, immer wieder bis ins kleinste Detail und allen wurden ungewöhnliche Namen gegeben. So findet man einen Klassenkasper mit, wie Wanda es empfindet, Aufmersamkeitsdefizitsyndrom. Frau Kesselbrink die gern ein Schlückchen aus ihrer braunen Papiertüte nimmt, Frau Zaunknecht, die sich nach jeder Vorstellung eine Portion zu Essen bestellt, Frau Grobe mit ihren kleinen Öhrchen, von Wanda „das Flusspferd“ genannt. Dazu gesellt sich ihre Lebensgefährtin „der Teebeutel“ Frau Dörthe Feinstaub, die Dame mit der Perücke: Fräulein Knäpperchen (die Jüngerin der Heiligen zwölf Säulen von Ephesus), dann Frau Zacharias die Besserwisserin mit der „geschwollenen Halsschlagader“ welche immer alle Aufführungen des Ensembles analysiert, Frau Piesnelke-Poppen und eine Rothaarige mit Igelfrisur, dies war ein Teil der Frauen, alle Männer noch dazu aufzuschreiben erspare ich mir an dieser Stelle.

 

So vergeht die Geschichte, mit täglichen Proben und einigen Reisen und Auftritten des Ensembles und noch immer weiß ich nicht, wo mich die Geschichte überhaupt hinführen will.

Irgendwann fängt Hera Lind im Buch an immer mehr Passagen aus den Liedern aufzuführen. Man erkennt es deutlich an der kursiven Schrift. „Cytharizat cantico, dulcis Philomena“, „Ecce gratum et optatum ver reducit gaudia“, „Primo pro nummata vini ex hac bibunt libertini“, „Tam pro papa quam pro rege“ – immer wieder diese Zeilen – ich mag sie nicht mehr lesen.

 

 

Wanda gerät schließlich in eine seltsame Beziehung zu Bruno dem Korrepetitor (ich weiß gar nicht was das ist), welcher vom Alter her ihr Vater sein könnte. Bruno verschweigt Wanda seine Frau welche sich in der Psychiatrie befindet und sagt ihr sie sei Tod. Die Wahrheit erfährt Wanda schließlich von seiner Tochter, die etwas jünger ist als Wanda.

Dazu gesellt sich der Intendant Ralf Kalb, mit dem Wanda den „Club der Schlimmen“ gründet in den die beiden über die einzelnen Ensemblemitglieder lästern und der Präsident des Ensembles, der, obwohl er mit der Schwester von Ralf Kalb verlobt ist, ein Auge auf Wanda geworfen hat und sie nicht in Ruhe lässt.

Man kann es aus der Geschichte teilweise nur erahnen, dass Wanda mit allen dreien zur gleichen Zeit ein Verhältnis hatte. Ganz offen wird dies nicht immer beschrieben. Erst am Ende der Geschichte, als Wanda schwanger ist und es darum geht wer wohl der Vater ist, erkennt man dies. Es gibt aber auch noch einen vierten Mann welcher infrage kommt. Alles in allem doch etwas unrealistisch, an einigen Stellen theatralisch ausgeschmückt und sehr in die Länge gezogen.

Hätte man die immer wiederkehrenden Beschreibungen der Ensemble-Mitglieder weggelassen, sowie die vielen, vielen lateinischen Textpassagen, wäre das Buch wohlmöglich nur halb so lang geworden.

 

Wer letztendlich der Vater ist verrate ich hier nicht, obwohl ich aus meiner Sicht auch keine Leseempfehlung für dieses Buch geben kann. Aber für alle die Hera Lind mögen und auch dieses Buch lesen werden, lasse ich dies offen.

 

 

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